07. Januar 2019

6 Fragen an Franziska Spring

Die Generationenspielentwicklerin Franziska Spring ist Geschäftsführerin der Pixxadoo GmbH. Am Erlebnisforum vom 14. März 2019 gibt sie als Referentin Einblick in ihr Schaffen.




Gab es für Sie als Kind ein Spiel, das Sie am liebsten mit Erwachsenen gespielt haben?

Ja, mein Lieblingsspiel war das 11er wie wir es nannten oder auch Zahlen Rummy. Mit Erwachsenen war das viel spannender, da ich mich mehr anstrengen musste. Ich hab dies oft mit meiner Mutter und meinem Vater gespielt und der Sieg war dann doppelt so belohnend, weil ich wusste, dass er hart erkämpft war.

Was fasziniert Sie an Generationenspielen?

Man kann innerhalb kürzester Zeit eine Verbindung zu einem älteren Menschen aufbauen ohne dass es erzwungen oder künstlich herbeigeführt wird. Die Momente, die dabei zwischen Kind und Senioren entstehen sind oft geradezu magisch und einfach wunderschön. Es gibt nichts Schöneres, als wenn man die angespannten Gesichter der Erwachsenen aufhellen sieht, wenn im Spiel das Kind mit seiner Energie und Lebensfreude alle mitreisst.

Was bringen solche Spiele der Gesellschaft?

Der Spruch, die Enkelkinder halten mich jung, kommt nicht von ungefähr, wenn man Grosseltern fragt. Das Spielen mit einer anderen Generation regt die Hirnzellen an, beide Generationen sind gefordert, mit dem ‚Anderen’ oder ‚Unvertrauten’ des Gegenüber umzugehen. Man lernt sich gegenseitig zu unterstützen und auf den anderen Rücksicht zu nehmen. Oftmals lernen die Spieler auch während dem Spielen die unterschiedlichen Wertvorstellungen und Erfahrungen der anderen kennen. Somit wird der Graben zwischen Jung und Alt spielerisch überwunden.

Die Philosophie Ihrer Firma Pixxadoo verspricht, dass Ihre Spiele Generationen verbinden. Was heisst das konkret?

Unsere Spiele sind so aufgebaut, dass die Spieler voll interaktiv miteinander spielen. Das heisst einerseits, jeder wird in seiner entsprechenden Entwicklung unterstützt und lernt seinem Alter und seinen Fähigkeiten entsprechend angepasst. Andererseits wird aber auch das Zusammenspiel im Team und sich gegenseitig Geschichten erzählen gefördert. Schlussendlich packen wir das ganze noch in eine Mischung aus digitalen und analogen Spielelementen, so dass diese Verbindung auch noch geknüpft wird.

Wie testen Sie, ob Ihre Spiele diesen gewünschten Effekt wirklich erzielen?

Wir haben eine Mischung aus Interviews, Fragebogen und Videoaufnahmen während der Spiele angewendet um den Effekt zu überprüfen. Allerdings ergaben die Videoaufnahmen die besten und ehrlichsten Resultate. Die Reaktionen der Kinder oder die Dynamik zwischen Kindern und Erwachsenen kam auf diese Art sehr deutlich zum Vorschein. 

Wie unterscheiden sich digitale von analogen Generationenspielen in ihrer Wirkung?

Digitale Spiele können gezielter auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Generationen eingehen. Sie lassen sich einfacher anpassen und erweitern, im Vergleich zu analogen Spielen. So gibt es bei Myosotis* die persönlichen Fotos der Spieler, die integriert werden können. Bei unseren Spielen werden die Aufgaben dem Alter angepasst, was in einer analogen Version nur sehr aufwendig gewesen wäre. Andererseits muss man bei digitalen Spielen aufpassen, dass der soziale Fokus – also die Interaktion zwischen den Spielern – nicht verloren geht, wenn man nur gebannt auf den Bildschirm starrt, was bei analogen Spielen durch den physischen Raum bereits gegeben ist.

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* Myositis ist ein digitales Unterhaltungsspiel für Betagte. Die Generationenakademie hat das Spiel im Altersheim Sanavita in Windisch auf der Expedition 2018 getestet.

Erlebnisforum vom 14. März 2019

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