24. April 2019

EXPEDITION 2019

Am 24. April 2019 durften wir eine Probe des Mehrgenerationenspielclub «Soulmates» des Jungen Schauspielhaus Zürich besuchen.



Foto: @Raphael Hadad 

Impressionen

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Wir haben bei den Expeditionsteilnehmenden nachgefragt: Wie hat der Besuch nachgewirkt? Gab es Aha-Erlebnisse?


«Erstaunlich, dass man in Zürich eine generationengemischte Theatertruppe künstlich herstellen muss», meinte eine Expeditionsteilnehmerin. Bei ihnen auf dem Land sei es ganz natürlich, dass Kinder, junge und ältere Erwachsene gemeinsam spielten. Wobei es auch dort schwierig sei, Jugendliche fürs Theaterspielen zu gewinnen.

Es fiel kein Vorhang, als wir die Probe des Mehrgenerationenspielclubs des Jungen Schauspielhaus Zürich verliessen. Wir waren mitten in eine Probe geplatzt und verliessen diese kurz vor dem Ende. «Soulmates» ist eine Performance über Freundschaft. Gespielt von Jugendlichen und Erwachsenen, die mehr als 50 Jahre Lebenserfahrung trennt. Unser Besuch brachte einen «Live-Mitschnitt», einen kurzen Blick in ein laufendes Generationenprojekt.

An die Probe schloss ein Gespräch mit einigen Spielenden an. Uns interessierte, warum diese dort mitmachten. «Theaterspielen!», meinte eine der Jugendlichen energisch. Den Älteren hingegen ging es vor allem um den Kontakt mit der Jüngeren. Das Label «Generationenprojekt» wirkt offensichtlich auf die einen attraktiv und inspirierend, während es für die andere nicht relevant ist. Oder sogar abschreckt. Ein erstes Aha-Erlebnis für die Expeditions-Teilnehmenden.

Es sei ganz schön anspruchsvoll, eine generationengemischte Spieltruppe mit all ihren verschiedenen Bedürfnissen zu führen, fand eine Teilnehmerin. Die beiden erfahrenen Theaterpädagoginnen, Corina Liechti und Isabelle Zinsmaier hingegen meinten, man könne ruhig auf die eigenen Ideen und diejenigen der Community vertrauen. Das Zusammenspiel ergebe sich von selbst. «Man muss und kann nichts erzwingen. Man kann lediglich einen Rahmen für Austausch und gemeinsames, generationengemischtes Arbeiten bieten».

«Was bleibt aber von einer derartigen Spielerfahrung?» fragte sich eine Teilnehmerin. «Verschwinden beide Kohorten nach dem Projekt wieder in ihren Biotopen“. Möglich ist’s. Ja sogar sehr wahrscheinlich. Aber hoffentlich bereichert an guten Erlebnissen mit Menschen einer anderen Generation. Eines ist sicher: Derartige Erlebnisse bauen Vorurteile gegenüber Mitmenschen ab, die «anders» sind als man selbst. 


Mehrgenerationenspielclub SOULMATES

Mehr Informationen (Link zu Junges Schauspielhaus Zürich)


RÜCKBLICK

Unsere Expeditionen führen zu erfolgreichen Generationenprojekten und bieten einen Blick hinter die Kulissen. Wir erfahren, was die Beteiligten bewegt, wie Generationen-Begegnungen zustande kommen und was sie von einander lernen.


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